Die Moderne war maßgeblich daran beteiligt, Gesellschaften zu formen und zu bestimmen, was als Wissen definiert wird. In diesem Prozess wurde indigenes und populäres Wissen oft zerstört. Dennoch beeinflussen diese ausgelöschten Narrative immer noch die Gegenwart, sowohl in lokalen als auch in globalen Kontexten. Ayur ist der zweite Teil einer Trilogie, die sich mit der Semantik und den Mythologien der Imazighen, eines indigenen Volks Nordafrikas, beschäftigt. Im Zentrum stehen weibliche Figuren, die als Hüterinnen der Überlieferung des Amazigh-Wissens fungieren. Das Solo Ayur ist eine Hommage auf die Weitergabe von Wissen, getanzt von Sondos Belhassen, die während seines Studiums in Tunis Radouan Mrizigas Tanzlehrerin war. Unter einer hölzernen, netzwerkartigen Kuppel entsteht dabei eine schillernde Choreografie aus Tanz, Text – von Autorin Lilia Ben Romdhane und Rapper Mehdi Chammen – und Architektur auf der Suche nach einer neuen Zukunftsschreibung. Ayur ist die Göttin, die im punischen Karthago mit dem Mond assoziiert wurde.

Konzept, Choreografie: Radouan Mriziga
Von und mit: Sondos Belhassen
Unterstützung bei der Recherche über Amazigh: Hajar Ibnouthen
Text: Lilia Ben Romdhane, Mehdi Chammem aka Massi
Musik: Mehdi Chammem aka Massi
Kostüme: Anissa Aida
Raum: Radouan Mriziga in Zusammenarbeit mit Flayou
Architektur: Flayou
Künstlerische Assistenz: Maïté Jeannolin
Produktion: Traumstadt (Tunis)
In Koproduktion mit L’Art Rue, Tunis, Moussem – Nomadic Arts Centre, Brüssel, Festival de Marseille und A7TLA5, Brüssel, HAU – Hebbel am Ufer, Berlin
Management, Distribution: Something Great, Berlin
Produktionsassistenz: Synda Jebali
Übersetzungen: Marwa Manaï, Lilia Ben Romdhan, Mehdi Chammem
Unterstützt von: Fondation DOEN, i-Portunus, Mairie de Tunis
Technische Unterstützung: SYBEL Licht & Ton
Dank an: DEBO, Cyrine Boujila, Nawal Laroui, Leila Sebai, Manel Mahdouani, Mohamed Khalfallah, Zoubeir Mouhli, Wajdi Borji, Mehdi Ben Temessek, Ghilen Agrebi

Radouan Mriziga wurde 1985 in Marrakesch geboren und lebt derzeit in Brüssel. 2014 entstand sein erstes, noch immer tourendes Solo 55, gefolgt von 3600 (2016), 7 (2017) und 0 (2019). In diesen Arbeiten setzt er sich mit Tanz durch das Prisma von europäischer wie auch islamischer Architektur auseinander. Seit 2019 hat Mriziga eine Trilogie von Werken entwickelt, die von der Kultur und der Geschichte der Amazigh, der Ureinwohner*innen Nordafrikas, inspiriert ist. Von 2017 bis 2021 war er Artist in Residence am Kaaitheater in Brüssel, von 2021 bis 2025 ist er Artist in Residence bei deSingel in Antwerpen.

Radouan Mriziga

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U30 (Personen unter 30 J.), Arbeitsuchende, Menschen mit Beeinträchtigungen, Ö1 Intro-Karte
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