Mo, 23. November, 19.30 Uhr / TQW Halle E
Klaus Theweleit
Männerphantasien
(Theorie)
€ 5
Kuratiert und moderiert von Thomas Edlinger

Im Anschluss an den Vortrag findet ein Gespräch mit Klaus Theweleit, Thomas Edlinger und der Professorin für Gender Studies Evelyn Annuß statt. In deutscher Sprache.

Der Spiegel feierte Männerphantasien 1977 als „die vielleicht aufregendste deutschsprachige Publikation des Jahres“. Mehr als vierzig Jahre später erscheint eine Neuauflage – und sorgt mit ihrer beunruhigenden Aktualität noch immer für Aufsehen. Auf 1.200 Seiten entlarvt der Kulturhistoriker Klaus Theweleit die patriarchalische Geschichte Europas, die im Nationalsozialismus gipfelt. Rudolf Augstein fasste es so zusammen: „Kratz an der Oberfläche des Mannes, und ans Licht kommt der Faschist vom Anfang der Welt.“

Theweleits Gewaltforschung setzt an bei den Körperstrukturen: SS-Mitglieder, IS-Kämpfer oder Attentäter wie Anders Breivik töten nach dem immer gleichen faschistischen Muster alles „Andersartige“ im angeblichen Auftrag einer übergeordneten Macht, um ihre körperliche Kohärenz aufrechtzuerhalten. Faschismus ist für Theweleit keine Ideologie, sondern „eine zerstörerische Art und Weise, Realität herzustellen“. Das Schlachtfeld ist der Körper.

Klaus Theweleit, geboren 1942, studierte Germanistik und Anglistik. Er ist Literaturwissenschaftler, Kulturtheoretiker und Autor. Sein 1978 erschienenes zweibändiges Werk Männerphantasien wurde zum Bestseller, mit dem er international Bekanntheit erlangte. Theweleit lehrte am Institut für Soziologie der Universität Freiburg. Von 1998 bis 2008 war er Professor für Kunst und Theorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Mehrere Gastsemester an den US-Universitäten Dartmouth College, Santa Barbara, Charlottesville, Virginia. Er veröffentlichte u. a.: Buch der Könige (drei Bände, 1988–1994), Der Knall: 11. September, das Verschwinden der Realität und ein Kriegsmodell (2002), Deutschlandfilme. Filmdenken und Gewalt (2003), Der Pocahontas-Komplex (drei Bände, 1999–2013) und Das Lachen der Täter: Breivik u. a. Psychogramm der Tötungslust (2015).

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Event Location

Tanzquartier Wien, Halle G

Museumsplatz 1, 1070

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