Die biologisch lebensnotwendige Substanz des Schleims löst bei vielen Menschen ambivalente Reaktionen aus, da sie Ekel und Schauer genauso hervorrufen kann wie auch Berührungslust. Seine reizvollen und irritierenden Effekte rühren daher, dass der Schleim in unserer technologisierten, von Idealen der Sterilität und der Stabilität geprägten Gesellschaft schwer zu fassen ist: Schleim ist nicht eindeutig fest oder flüssig, eigen oder fremd. Jedes Leben startet feucht, wir kommen nicht trocken, nicht „sauber“ auf die Welt. Schleim ist ein uns ursprünglich vertrauter Stoff, zu dem wir im Laufe des Lebens meist den Bezug verlieren. Er kittet den Organismus, stellt Verbindungen her. In der Pandemie ist er gegenwärtig zu einem Stoff geworden, der mit Angst behaftet ist. Im Science-Fiction-Genre tritt er häufig im Zusammenhang mit Aliens auf, er steht für das Nichtmenschliche, das Unbekannte, das sich fließend ausbreitet. Gootopia eröffnet ein ambivalentes Feld zwischen Horror und Faszination, das dem Publikum ermöglicht, in die Lebendigkeit stofflicher Prozesse einzutauchen.

„Fluidität von Körpern und Körpergrenzen ist seit Längerem ein zentrales Thema des zeitgenössischen Tanzes. In Gootopia wird das Phänomen des Fließens durch die Performance mit synthetisch hergestellten Schleimsubstanzen zu einem choreografischen Element im buchstäblichen Sinne.“ – Doris Uhlich

Choreografie: Doris Uhlich
Konzeptentwicklung in Zusammenarbeit mit: Boris Kopeinig
Performer*innen: Pêdra Costa, Ann Muller, Andrius Mulokas, Emmanuel Obeya, Camilla Schielin, Grete Smitaite
Bühnenbild: Juliette Collas, Philomena Theuretzbacher
Kostüm: Zarah Brandl
Sound: Boris Kopeinig
Licht: Phoenix (Andreas Hofer)
Dramaturgisches Feedback: Adam Czirak
Produktion: Margot Wehinger
Feedback: Johanna Kirsch
Regie- und Produktionsassistenz Laura Buczynski
Bühnenassistenz Wanja Knoflach
Produktion Margot Wehinger
International Distribution: Something Great, Berlin

Eine Koproduktion von insert Tanz und Performance GmbH mit Tanzquartier Wien, Theater Freiburg, Dampfzentrale Bern und asphalt Festival. Gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien und das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport.

Doris Uhlich studierte Pädagogik für zeitgenössischen Tanz am Konservatorium Wien, war von 2002 bis 2009 Spielerin bei theatercombinat und entwickelt seit 2006 eigene Projekte. Ihre Performances sind oft Auseinandersetzungen mit Schönheitsidealen und Körpernormen, sie arbeitet mit Menschen mit unterschiedlichen Biografien und körperlichen Einschreibungen. Seit ihrem Stück more than naked (2013) beschäftigt sich Doris Uhlich in ihren Arbeiten zudem mit der Darstellung von Nacktheit jenseits von Ideologie und Provokation. In ihren letzten Arbeiten untersuchte sie auf vielschichtige Weise die Beziehung zwischen Mensch und Maschine und setzte sich mit der Zukunft des menschlichen Körpers im Zeitalter seiner chirurgischen und genetischen Perfektionierung auseinander. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u. a. 2013 den outstanding artist award in der Kategorie darstellende Kunst des Bundeskanzleramts, 2017 den Nestroy-Preis in der Kategorie Spezialpreis für ihr Stück Ravemachine gemeinsam mit Michael Turinsky und 2019 den Publikumspreis für Every Body Electric beim Our Stage Festival in Dresden. Doris Uhlich tourt und unterrichtet international, seit Herbst 2015 ist sie Lehrbeauftragte am Max Reinhardt Seminar in Wien. www.dorisuhlich.at

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